Die Hüfte

In der Schweiz werden jährlich sehr viele Hüftgelenke durch sogenannte Total-Endo-Prothesen ersetzt. Dies bedeutet, dass das gesamte Gelenk, also die Gelenkkugel und die Gelenkpfanne entfernt und durch ein künstliches Gelenk ausgetauscht wird. Dafür gibt es zwischenzeitlich Operations-techniken, die auch als Minimalinvasiv betitelt werden, weil der Operationszugang, also der Hautschnitt, nur noch wenige Zentimeter lang ist. Dies birgt viele Vorteile für den Patienten, weil die Wundheilung viel schneller geht, deutlich weniger Schmerzen auftreten, die Muskulatur nicht durchtrennt werden muss und das Infektionsrisiko geringer ist.

Die meisten Patientinnen und Patienten, die eine solche Operation benötigen, haben starke Verschleißerscheinungen im Hüftgelenk und seit Jahren große Schmerzen beim Gehen. Es gibt aber auch Situationen, bei denen schon junge Menschen eine „neue Hüfte“ brauchen. Zum Beispiel bei Unfällen, bei Hüftgelenksdysplasien oder weil der Gelenkkopf plötzlich nicht mehr richtig durchblutet wird und nekrotisiert (verkümmert).

Der medizinische Fortschritt hat in den letzten Jahrzenten dafür gesorgt, dass man heute vor solchen Operationen keine großen Sorgen mehr haben muss. Die Orthopäden sind inzwischen so gut ausgebildet, dass es nur noch in ganz wenigen Fällen zu Komplikationen kommt.

Auch die Nachbehandlung in der Physiotherapie hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Durch den sicheren und stabilen Einbau der Prothese kann heute viel früher mit dem Gehtraining, dem Gleichgewichtstraining und dem Kraftaufbau begonnen werden. So steht heute zu Beginn der Nachbehandlung vor allem die Vermeidung von Überlastungsbeschwerden durch die Schonhaltung und die frühest mögliche Selbständigkeit im Vordergrund. Die Patientinnen und Patienten sollen sich möglichst schnell zuhause wieder alleine versorgen können. Im weiteren Verlauf sind spezielle Übungsprogramme erforderlich, um das Gleichgewicht, die Muskelkraft und die physiologischen Abläufe des Alltags wieder zu erlernen. Dabei unterstützt sie ihre Physiotherapeutin oder ihr Physiotherapeut von Beginn an.

Wir empfehlen, schon vor der Operation eine Serie Physiotherapie zu durchlaufen. Hier erfahren Sie alles zur Operation, lernen mit ihren Gehstöcken zu Laufen und die Muskulatur und das gesamte Operationsgebiet ist hervorragend auf die Operation vorbereitet. Ebenso können falsche Bewegungsmuster schon früh abgebaut werden. Es ist für Sie als Patient ein großer Vorteil, wenn Sie vor der Operation schon die richtigen Bewegungsabläufe kennengelernt haben, wenn sie schon mit Stöcken gehen können und wenn sie angstfrei zur Operation ins Spital eintreten.

Das alles sind Faktoren, die sie bei uns Erlernen und so bestens vorbereitet diesen einschneidenden Schritt in ihrem Leben vollziehen müssen.

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